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Fluch oder Segen – die zwei Seiten einer Medaille

18 März 2010 One Comment

Was würden wir nur ohne unser Handy machen? Wenn wir ehrlich sind, ist es doch aus unserem Alltag so gut wie nicht mehr wegzudenken. Es gibt zwar immer noch ein paar wenige Individuen, die sich strikt dagegen weigern, sich ein Handy anzuschaffen, aber zumindest Außenstehende bemerken relativ schnell, wenn sie den „Handylosen“ mal erreichen wollen, wie unpraktisch das ist. Das Mobiltelefon erfüllt aber nicht nur soziale, sondern auch wirtschaftliche Zwecke.

Viele Arbeitgeber geben nämlich Diensthandys aus, um ihre Mitarbeiter jederzeit erreichen zu können. So kann man denn schnell nochmal mitteilen, wenn sich spontan was im Zeitablauf für den nächsten Tag geändert hat oder wenn man wissen möchte, ob die Präsentation, die ja so wichtig ist, schon fertig ist. So bilden sich denn zwei Lager von Handyanhängern: Für die einen ist die ständige Erreichbarkeit so wichtig wie die Luft zum Atmen, denn man könnte ansonsten ja etwas verpassen und wenn nur der neueste Klatsch und Tratsch an Einem vorbeigeht. Die Anderen fühlen sich dagegen von der ständigen Erreichbarkeit, insbesondere beim Job, regelrecht verfolgt, denn so wirklich entspannen kann man nicht, wenn das Handy die ganze Zeit anfangen könnte zu bimmeln. Was hilft da? So lang das Handy nur privat genutzt wird, kann man es –theoretisch- bedenkenlos abschalten. Ein Diensthandy dagegen auszuschalten erfordert schon mehr Überwindung, schließlich hat der Chef es dir gegeben, damit er dich erreichen kann. So passiert es, dass man vieles ungeplant machen kann/muss. Dabei bringen Planungen und Strukturen Ruhe in den (Arbeits-) Alltag. Sind diese nicht gegeben, steigt die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden. Anstatt dass das Handy dazu beiträgt, uns neue Freiräume zu schaffen, bewirkt es ziemlich oft das Gegenteil: Die neu gewonnene Zeit werde direkt wieder mit Arbeit zugepflastert, so Arbeitswissenschaftlerin Annette Hoppe von der TU Cottbus. Selbst wenn das Handy während der Rufbereitschaft nicht klingelt – es bleibt doch immer die theoretische Möglichkeit, dass man doch noch einspringen muss. So ist der klassische Feierabend nicht mehr möglich. Bevor die Heimarbeit allerdings komplett ausufert, sollte man am besten früh einige Tage festlegen, an denen man einfach nicht erreichbar ist, auch wenn das mitunter schwierig durchzusetzen ist, insbesondere, wenn der Chef selbst immer erreichbar ist. Doch nur so kann man ohne schlechtes Gewissen sein Diensthandy abschalten und für ein wenig Freizeit im anstrengenden Arbeitsalltag sorgen.

Das Handy – es ist weder nur Fluch oder nur Segen, man muss nur wissen, wie man damit umzugehen hat und sich auch trauen, ab und zu von der ständigen Erreichbarkeit Abstand zu nehmen – die Welt wird sich auch so weiterdrehen.

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One Comment »

  • Walid said:

    ohne handy gehts einfach nicht mehr! das müßen die individuen begreifen!

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