Und täglich grüßt das Praktikum..
Student = Praktikant. An der Tatsache gibt es heutzutage nicht wirklich viel zu rütteln. Ein akademischer Lebenslauf ohne Praktikum sieht unvollständig aus und generell sind große und kleinere Unternehmen mittlerweile einfach auf Praktikanten angewiesen, weil es günstige (oder gar ganz kostenfreie) Arbeitskräfte sind, die aber trotzdem häufig viel Herzblut in ihre Arbeit stecken, da sie auf ein gutes Praktikumszeugnis oder vielleicht sogar auf die Aussicht einer Festanstellung hoffen. Aber was empfinden die Unternehmen eigentlich als wichtig? Darf man als Praktikant stillschweigend das ständige Kaffee kochen übernehmen? Wirkt man eingebildet, wenn man ständig Optimierungsvorschläge bringt? Und kann man nach drei Praktika tatsächlich schon wissen, wie der Hase läuft? All dies und noch mehr klärt der Praktikanten-Knigge, der im Rahmen eines Kurses für Wirtschaftspsychologie der Fachhochschule für angewandtes Management Erding entstand.
“Das wirklich besondere an dem Knigge ist, dass er empirisch erhoben wurde. Wir haben über 600 Unternehmen befragt und erhielten von 45 Entscheidern die Antwort auf die Frage: “Wenn ein Praktikant Sie fragt, was er auf jeden Fall beachten muss, welche 5 Dinge würden Sie ihm nennen?” so Björn Begemann (www.start2change.de) einer der Autoren des Knigges.
Was also sollte man als Praktikant beachten?! Es sind vor allem die üblichen Verdächtigen zu nennen, die auch generell bei Stellenanzeigen eingefordert werden: Pünktlichkeit, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit. Zur Pünktlichkeit gehört aber nicht allein das rechtzeitige (und vor allem auch ausgeschlafene!) Erscheinen am Arbeitsplatz, sondern auch die zeitgemäße Erledigung der zugewiesenen Aufgaben. Wer für das Erstellen eines Briefs aus einer Formatvorlage, das normalerweise maximal 15 Minuten dauert, auf einmal zwei Stunden braucht, der hat sich nebenbei vermutlich noch anders beschäftigt oder war wirklich überfordert und hätte einfach mal nachfragen müssen! Als Praktikant kann und muss man nämlich nicht direkt von Anfang an alles wissen, deswegen fragt nach! Die Umfrage hat ergeben, dass Unternehmen Fragen meist positiv aufnehmen, so lange sie konstruktiv sind und nicht aufgesetzt wirken. Man sollte allerdings versuchen, dass man seine Kollegen nicht ständig mit Fragen löchert – schließlich haben sie auch noch ihre eigene Arbeit zu erledigen. Besser ist es, wenn man die Fragen sammelt und in einer ruhigen Minute nachfragt.
Man bekommt nur anspruchslose, nicht unbedingt mit dem Arbeitsfeld zusammenhängende Aufgaben zugewiesen (ständig Kaffee kochen in einer IT Firma ist ein no-go, bei Starbucks dagegen der Arbeitsalltag)? Dann sollte man das Gespräch mit dem Chef suchen und ihn um „hochwertigere“ Arbeit bitten. Allerdings darf man minderwertigere Arbeit nicht liegen lassen, insbesondere, wenn sich sonst alle Mitarbeiter im gleichen Maße dran beteiligen (bspw. Spülmaschine ausräumen); und wenn man gerade nichts zu tun hat, dann sollte man dies freiwillig von sich aus in Angriff nehmen.
Selbstständigkeit wird sowieso gerne gesehen bei Praktikanten. Und wenn man sich um die Aufgaben kümmert, die bei den Kollegen eher unbebliebt sind (wie Datenreinigung oder ähnliches), dann sammelt man zum Einen Pluspunkte bei den werten Kollegen und macht sich nach einiger Zeit auch unentbehrlich!
Wenn doch mal was schief gelaufen ist: Nehmt konstruktive Kritik an, schließlich kann man daraus lernen. Bei rein destruktiver Kritik sollte man das Praktikum bei dem Arbeitgeber nochmals überdenken, denn ein guter Arbeitgeber leistet Kritik so, dass man hinterher bestärkt daraus hervorgehen kann und macht einen nicht einfach nur nieder.
Jedes Unternehmen ist verschieden – es mag einige branchenübliche Gegebenheiten geben, aber da das Unternehmen seine Identität durch seine Mitarbeiter bekommt, könen sich zwei Unternehmen gar nicht gleichen. Seid also immer aufmerksam, findet heraus, wie das mit dem Dresscode gehandhabt wird und ob geduzt oder gesiezt wird. In einer Abteilung, in der grundsätzlich gesiezt wird, sollte man keineswegs das „du“ anbieten.
Zum Abschluss des Praktikums denkt daran, euch mit dem Chef zusammenzusetzen und über eure Leistungen zu reden. So ein Austausch ist für beide Seiten wertvoll; der Arbeitgeber bekommt Rückmeldung über die Qualität seines Programms und man selbst erhält Feedback zu seinen Leistungen.
Schaut zu, dass ihr zumindest ein Praktikum in dem Bereich macht, der euch auch interessiert, ansonsten könnte es passieren, dass ihr hinterher ganz enttäuscht seid, wenn ihr euch das ganze Studium lang auf einen Job als Unternehmensberater gefreut habt und dann feststellen müsst,dass das gar nichts für euch ist. Gut, wenn man das dann schon vorher ausgetestet hat!
Um die Tipps fürs Praktikum stets parat zu haben, könnt Ihr den vollständigen Praktikanten Knigge kostenlos unter info@studidoo.de anfordern.













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