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Die „moderne“ Ehe – eine Gefahr für den Mittelstand?

23 April 2010 One Comment

Die Ehe ist generell bereits ein Auslaufmodell. Nun sagt auch noch Karin Stefan, Volkswirtin und Dozentin an der Zeppelin University in Friedrichshafen, dass die “moderne“ Ehe den Mittelstand, darunter insbesondere solche Firmen, die ihren Standort eher in ländlichen Regionen haben, gefährden.

Während es früher üblich war, für die Karriere des Ernährers auch in abgelegene  Regionen zu ziehen,  so hat sich dieses Lebensmodell grundlegend geändert. Hochqualifizierte Frauen sind immer seltener bereit, ihren Job nur wegen ihres Mannes aufzugeben. Gleichzeitig schlägt sich das traditionelle Rollenmuster aber durchaus auf die Studien-bzw. Berufswahl nieder:  Immer noch sind Männer eher in technisch-naturwissenschaftliche Fächer eingeschrieben, Frauen dagegen in geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern. Viele mittelständische Betriebe suchen aber nun mal keine Theaterpädagoginnen oder Medienberaterinnen, sondern was „Handfestes“. Da auf dem Land der Platz für Maschinenunternehmen u.ä. vorhanden ist, sind diese dort häufig angesiedelt. In der Stadt findet man eher Dienstleistungsbetriebe und viele Berufsmöglichkeiten für „geistige“ Absolventen. Daher werde der Standortfaktor zunehmend an Bedeutung gewinnen, so Stefan und die im ländlichen Gebiet ansässigen Firmen müssten daher nach Möglichkeiten für den Ausgleich dieses Nachteils suchen, um hochqualifiziertes Personal nicht zu verlieren. Ein möglicher Aspekt sei die Schaffung von „Dual-Career“-Programmen, in Anlehnung an ähnlich funktionierende Hochschulsysteme.  So könne auch die Frau profitieren und am Ende käme es der Firma zugute. Es geht aber auch extremer: Die Firma Grohe verlegte kurzum ihren Führungsetage von Hemer nach Düsseldorf – als Ballungszentrum ist Düsseldorf nämlich generell sehr beliebt.

Der Mittelstand sollte anfangen, umzudenken – darauf bauen, dass Paare künftig überwiegend ähnlich gelagerte Schwerpunkte haben, ist eher utopisch, denn die Rollenmuster werden so schnell wohl nicht brechen.

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One Comment »

  • Sabine said:

    Sehr interessanter, ansprechender Artikel. Bin selbst betroffen in ähnlicher Situation (Partner arbeitet außerhalb, ich selbst im Ballungsraum Dortmund). Außer Pendeln und viel Fahrerei gibt es wenig Lösungen. Die Ursache würde ich jedoch etwas “umbenennen” wollen. Ob die Wahl der Tätigkeit einem Rollenmuster entspringt? Zum Teil ja, zum erheblichen Teil haben aber Männer und Frauen geschlechterspezifische Neigungen, Talente und Fähigkeiten. Und bei allen neuen Rollen, die wir lernen, wird das so bleiben. Das ist wertfrei zu sehen, alle Fähigkeiten werden gebraucht.

    Lieben Gruß – Sabine

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