Pimp your Profile! “Online-Reputation” oder “Profil-Neurose”?
Soeben bin ich auf zeit-online.de auf ein Interview mit dem Kommunikationsberater Klaus Eck gestoßen. In dem Interview gibt Herr Eck Tipps zur Verbesserung der Online-Reputation im Hinblick auf den Jobeinstieg. Er zeigt auf, auf welche Weise man Personalern ein positives Bild von sich vermitteln kann.
Klaus Eck selbst hat ausschließlich seriöse Einträge bei Google. Wie er das gemacht hat? Ganz einfach – er hat den Namen seiner Frau angenommen, um seine „digitale Vergangenheit“ zu beseitigen… (no comment ;-) ). Im Anschluss hat Herr Eck konsequent Social Media betrieben – also jede Menge Profile erstellt und stetig neue Inhalte produziert. Zu seinen Tipps für Berufseinsteiger gehören seriöse Profile auf StudiVZ, Facebook , Xing und Twitter. Darüber hinaus sind weitere statische und dynamische Profile empfehlenswert. Zu den Geheimtipps gehören gut durchdachte Kommentare zu Blogbeiträgen des Wunsch-Arbeitgebers. Wenn Personaler diese bei ihren Recherchen finden, sehen sie das Interesse und Engagement des Bewerbers. Auch eigene Themen-Blogs seien ein gutes Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen; allerdings auch recht aufwendig. Und ein weiterer Tipp: falls man einen häufig auftretenden Namen hat, wie z.B. Daniel Müller oder Anna Schmidt: am besten ein Mittelinitial zulegen, um nicht verwechselt zu werden (womöglich gibt es ja einen Namensvetter, der sich im Netz so richtig daneben benimmt). So wird oben genannter Daniel ganz schnell zu Daniel C. Müller, ohne tatsächlich einen zweiten Vornamen zu haben. Wer sich jetzt denkt „Dann hinterlasse ich lieber gar keine Spuren im Netz. Damit fahre ich vielleicht am besten.“ – laut Klaus Eck weit gefehlt: „In den USA würde man Sie fragen, ob Sie im Knast waren oder unter welchem Pseudonym Sie sich im Netz bewegen.“
Was mir an diesem Artikel besonders auffiel: Herr Eck gibt alles, um im Netz gut rüber zu kommen und seriös zu wirken. Und dann gibt er ein Interview, nachdem wohl jeder davon ausgeht, dass Herr Eck nicht der ist, der er vorgibt zu sein… Was hat er wohl zu verbergen, dass er den Namen seiner Frau annehmen musste? Aber genug von Herrn Eck…
Ales in allem finde ich es natürlich grundsätzlich gut und sinnvoll, sich potentiellen Arbeitgebern anhand von Profilen zu präsentieren; schließlich gehört dies zum Konzept von http://www.studidoo.de/. Das Personaler gerne „rumschnüffeln“ und dafür Input brauchen ist unstrittig. Allerdings kann man alles auch übertreiben. Würde ich als Personaler lauter vollkommen durchgestylte Online-Profile + Blog + Twitter, etc. entdecken, würde es mich wohl eher skeptisch machen, als beeindrucken. Ich würde mich fragen: Hat der/die Bewerber/in eine Profil-Neurose oder einfach zu viel Zeit? Anstatt sich den ganzen Tag im Netz selbst darzustellen, sollte man seine Zeit vielleicht lieber in ein Praktikum, o.ä. investieren. ..
Mein abschließender Tipp bezüglich der Online-Reputation: Ein paar ausgewählte Profile auf Websites erstellen, die für den Berufseinstieg wirklich relevant sind, wie z.B. Xing, Monster, Absolventa oder natürlich Studidoo.de. Wer darüber hinaus privat bei StudiVZ oder Facebook angemeldet ist: entweder darauf achten, keine Fotos von Saufgelagen oder Mitgliedschaften in Gruppen wie „Erstmal ausruhen und dann ist auch schon Feierabend“* zu präsentieren oder aber das Profil für die Außenwelt unzugänglich zu machen und/oder unter einem Spitznamen zu betreiben.
Letztendlich sollte man meiner Meinung nach aber vor allem locker und natürlich bleiben und nicht jemanden darstellen, der man gar nicht ist – schließlich möchte man ja einen Einstiegsjob finden, der zu einem passt!
*Dies ist eines der im StudiVZ veröffentlichten Lieblingszitate eines ehemaligen Praktikanten von uns. Wir haben ihn trotzdem eingestellt – und er war sehr, sehr fleißig und motiviert! Lieben Gruß an Daniel!










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