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„Unplugged“ – Was wäre das Leben ohne Handy und Internet?

11 Januar 2011 2 Comments

Dies testeten Studenten für eine weltweite Studie der Universität Maryland und der Salzburg Academy on Media and Global Change aus. Die Forscher wollen im Rahmen der Studie die Abhängigkeit junger Leute von Medien untersuchen und herausfinden, welche Auswirkungen die Medien-Abstinenz auf ihre Tagesgestaltung hat. Dazu müssen die Studenten für 24 Stunden ihrem Handy, dem Internet, Radio, Fernsehen und Zeitungen entsagen. Lediglich Festnetztelefone dürfen sie benutzen.

An der Studie beteiligen sich Studenten aus Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika. Viele Studenten aus Großbritannien haben bereits Ihre Erfahrungen niedergeschrieben: http://blogs.bournemouth.ac.uk/unplugged/

Die Berichte bestätigen die Ergebnisse der Pilotstudie der Universität Maryland. Hier wurden lediglich amerikanische Studenten untersucht. Sie beschrieben ihre Gefühle in der medienfreien Zeit als „Sehr ängstlich“, „auf Entzug“ oder „extrem kribbelig“.

Die bisherigen Ergebnisse der britischen Studenten fasst Roman Gerodimos, Journalismus-Dozent an der Bournemouth University und Betreuer der Studie in Großbritannien, wie folgt zusammen: „Die Studenten berichten von Entzugserscheinungen, Fressattacken, Nervosität und dem Gefühl, isoliert und abgehängt zu sein. Sie wissen nichts mit sich und ihrer Zeit anzufangen“.

Dieses Phänomen wird als „Information-Deprivation-Disorder“ bezeichnet, was übersetzt soviel wie „Informationsmangel-Störung“ bedeutet und etwa das Gefühl beschreibt, vom Geschehen in der Welt isoliert und ausgeschlossen zu sein.

Viele der teilnehmenden Studenten beschrieben ihren Tag ohne Handy, Internet und Co. als „frustrierend“, „langweilig“, „unglaublich schwer“ oder „einsam“. Manche von ihnen waren bereits nach 1,5 Stunden der Ansicht, mit Medien ein besseres Leben zu führen. Das Festnetztelefon durfte zwar benutzt werden, aber vielen hatten nichts davon. So schilderte eine Studentin, dass sie niemanden anrufen konnte, da sie keine einzige Telefonnummer auswendig könne.

Aber es gab auch andere, durchaus positive Erfahrungen des Medien-freien Tages. So gab ein Student an, erstmals stundenlang ungestört in seinem Uni-Buch gelesen zu haben. Ein anderer klingelte unangekündigt an der Tür eines Freundes und einige lasen Romane. Ein Proband schilderte sogar enthusiastisch, das Projekt habe ihn zu einem besseren Menschen gemacht: „Ich musste rausgehen, die Welt wahrnehmen und mich an Gesprächen wirklich beteiligen.“ Weitere Ergebnisse, so auch die der Studenten aus den anderen Ländern, sollen im Frühjahr publiziert werden.

Könntet ihr ohne Handy, Internet und TV leben – und sei es nur für einen Tag? Oder habt ihr sogar diesbezüglich schon mal einen Selbsttest gemacht? Wir freuen uns auf eure Kommentare zum Thema!

Quelle: ZEIT ONLINE

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2 Comments »

  • Angelika Robert said:

    Oh, ich könnte mir mein Leben ohne Handy und Internet ganz klar vorstellen. ich meine, es wäre wunderschön, wenn wir von der Technik nicht so anhängig wären.

  • Volker said:

    Also, ich selbst besitze aktuell ein Nokia Lumia 800.

    Ich habe einen extrem teuren Vodafone Vertrag, den werde ich zuende bringen (1,5 Jahre noch)- damit ich alle inklusiva, für die ich eine Menge zahle, nutzen kann, ist ein Smartphone NÖTIG- ein “billig Handy” ist zwar definitiv “Stressfreier” aber bringt mir wenig, da ich dann eben bin wie jemand, der für einen Porsche bezahlt hat, aber lieber mit einem Polo durch die Gegend fährt.

    Ich selbst bin davon abgekommen, mich zum Sklaven der Handys machen zu lassen- wobei ich Anfangs JEDEN wahn mitgemacht habe- ich war, mit damals 25 Jahren einer der ersten Menschen in Deutschland, die die 399,– EUR ZUZAHLUNG (!) für das iPhone (iPhone Classic wie es heute heisst) im November 2007 über die Theke des nächstbesten T-Punkts geschoben haben. uvwm… dem folgten diverse weitere iPhones und Blackberrys, Androids, etc.etc.

    Ein WIRKLICH praktischer Nutzen von Handys? Im April 2008 hatte ich einen Auffahrunfall (Teilschuld von mir, nicht gerast! aber so n dummes Huhn vornedran.. :D ) Damals habe ich Seelenruhig vom Unfallort mit meinem Handy Fotos gemacht- GENAU SO, wie wir zum stehen gekommen sind- erst dann gingen die Autos an die Seite, wo ich die Schäden genauer Fotodokumentiert habe.Anschliessend im Büro angerufen, dass ich später komme. Dann kurz Versicherungsdaten ausgetauscht (ihr Wagen war quasi Schrott, meiner hatte paar Kratzer…) und ich war bloss 10 Minuten zu spät auf der Arbeit… ;) Handy sei dank- ansonsten hätte das alles vielleicht Stunden gedauert- so konnte ich die Polizei elegant informieren und die Fotos rüber mailen und die Sache war klar.

    Ich kann jederzeit ohne.
    Ohne “Entzugserscheinungen”.
    Aber: Damals, im April 2008 wärs eine schlechte Entscheidung gewesen.

    So gesehen können Mobiltelefone auch einen Nutzen haben. Und wer nun argumentiert: “Wozu gibts digicams”?
    dem will ich sagen: Hast DU deine Cam immer und überall mit dabei. Nein hast du nicht. Nur wenn du planst, wo hinzugehen, oder privat- aber sicher nicht jeden Tag zur Arbeit…. :)

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