Kleider machen Leute

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Nach der Schulzeit meint man, das Schlimmste sei vorbei – keine Mitschüler, die hinter dem Rücken tuscheln, wenn man die falsche Jeansmarke trägt oder die Einen schlichtweg ignorieren, nur weil man statt irgendwelcher angesagter Labelschuhe nur die Schuhe vom letzten Jahr aufträgt; wie out ist das denn bitte? Doch weit gefehlt: Auch im Berufsleben wird nach der Kleidung geguckt, so die Charisma-Trainerin Julia Sobainsky. Schließlich sei sie es, die uns mit als erstes auffiele an einem Menschen. Wenn wir jemanden kennenlernen, können wir ihn nun einmal erst nur nach den Äußerlichkeiten beurteilen; unser Unterbewusstsein braucht Untersuchungen zu Folge nur etwa 7 Sekunden, um das Gegenüber in eine Schublade einzuordnen. Dieser Prozess ist völlig unterbewusst und läuft nicht gesteuert ab; ein Überbleibsel aus den Zeiten, wo man noch schnell entscheiden musste, ob das Gegenüber Freund oder Feind war. Auch heute nehmen wir Zuordnungen auf Grund der Kleidung vor. Stellt euch mal vor, euer Bankberater trüge im Sommer Shorts mit Tennissocken in Birkenstock-Sandalen – würde dies einen vertrauenswürdigen Eindruck auf euch machen? Wie merkwürdig wäre es für euch, wenn euer Professor, der bald pensioniert wird, auf einmal in Baggypants seine Vorlesung über Öffentliches Recht hielte?! Man wäre schon ein wenig irritiert, schließlich sollte die Kleidung  zur Rolle des Menschen und  zum Anlass passen. Das hat den Vorteil, dass man sein Selbstbild vor einer Bewerbung oder einem wichtigen Gespräch durch die Kleidung positiv beeinflussen kann, indem man den Dresscode folgt, der üblich ist. So hat man nicht die ganze Zeit das ungute Gefühl, falsch angezogen zu sein, sondern vermittelt ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Das sei, Sobainsky zu Folge, auch wichtig, wenn man die Karriereleiter erklimmen möchte. Wenn man sich immer so kleide, als wenn man eine Sprosse auf der Karriereleiter höher stünde, so bemerkten die Vorgesetzen unterbewusst die Anpassung des Kleider-Codex und stuften die Mitarbeiter als zugehörig ein. So kommt man im Endeffekt schneller voran. Natürlich ist Kleidung allein nun nicht die Eintrittskarte ins Management; aber das „richtige“ Äußere hilft weiter.

Also, achtet nicht nur beim Bewerbungsgespräch auf eure Kleidung; auch im Laufe der Zeit kann sie euch von Nutzen sein, schließlich funktioniert der Mensch noch immer nach denselben Grundregeln wie vor tausenden von Jahren.

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