Karriere in der Modebranche – Interview mit Sarah Kearney von Urban Outfitters

0

Seit 2007 ist Sarah Kearney Senior Fashion Buyer bei Urban Outfitters und hat jahrelang Erfahrung in der Modebranche gesammelt. Sie hat sich von einer Stelle als Verkaufsassistentin zu ihrer heutigen Position als Senior Fashion Buyer hochgearbeitet. Im Interview erzählt sie uns von ihrem Arbeitsalltag und Ihrer Laufbahn.

© romina rossi - Fotolia.com

© romina rossi – Fotolia.com

1. Wie sind Sie zu Ihrer Karriere gekommen?

Während meines Modemanagement-Studiums habe ich ein Praktikum bei Urban Outfitters absolviert und bin danach auch mit Urban Outfitters in Kontakt geblieben. Nach dem Studium habe ich dort als Assistentin im Einkauf angefangen und habe mich von dieser Stelle aus hochgearbeitet.

2. Job Beschreibung

Die Rolle des Senior Fashion Buyers setzt ein großes Gespür für Modetrends voraus. In meinem Job habe ich die Möglichkeit um die Welt zu reisen, um nach Vintage-Kleidung für die Urban Renewal Kollektion zu suchen. Dabei kann es vorkommen, dass ich ein paar Tage in einem großen Textil-Lagerhaus oder auf einem Trödelmarkt verbringe um einzigartige Stücke zu finden. Ich treffe mich auch regelmäßig mit Lieferanten, um eine gute Beziehung mit diesen zu pflegen, schließlich müssen die Produkte perfekt zu Urban Outfitters passen.
Es dauert ungefähr 6-12 Monate, um eine Kollektion zusammenzustellen. Danach arbeiten wir eng mit den kreativen Köpfen von Urban Outfitters zusammen um sicherzustellen, dass alle an der gleichen Vision arbeiten.
Ich beschäftige mich auch wöchentlich mit den Verkaufszahlen und Plane die nächsten Schritte ein für die Urban Renewal Kollektion.

3. Typischer Arbeitstag

Kein Tag ist wie der andere, denn die Modeindustrie ist sehr schnelllebig und man muss immer am Ball bleiben. Ich würde nicht sagen, dass ich einen bestimmten Zeitplan habe, an den ich mich halte – außer Montags. Jeden Montag beschäftige ich mich mit den Verkaufszahlen und dem Handel der vorherigen Woche, denn diese Zahlen entscheiden, worauf wir uns in der kommenden Woche konzentrieren müssen.

4. Das Beste am Job

Das Beste an meinem Job ist das Reisen und die interessanten Menschen, die man in der Modeindustrie kennenlernt. Networking mit anderen Fashion Buyern ist mir auch sehr wichtig. Es ist großartig sich mit Menschen auszutauschen, die das gleiche Ziel haben.

5. Was für ein Outfit würden Sie für ein Bewerbungsgespräch empfehlen?

In der Modeindustrie hängt das ganz vom Händler ab. Bewerbern bei Urban Outfitters würde ich raten ihren persönlichen Style hervorzuheben und natürlich gilt „Sei einfach ganz du selbst“.

6. Verändert sich Ihre Rolle durch das Wachstum des Online Handels häufig?

Ja eindeutig, wer in der Modeindustrie beschäftigt ist, muss flexibel sein und sich den neuen Trends anpassen. Mit dem Aufstieg des Internethandels hat sich die Modebranche in den letzten Jahren stark verändert und als Fashion Buyer muss man sich diesen Veränderungen bewusst sein und dafür sorgen, dass sich diese sowohl in unseren Geschäften wie auch online widerspiegeln.

7. Können Sie uns etwas über Ihre Karrierelaufbahn erzählen?

Ich war schon immer an Kunst und Mode interessiert. Während der Schulzeit war mein Schwerpunkt immer Kunst und später an der Hochschule habe ich Modedesign und Illustration studiert. Danach bin ich zur Uni gegangen und habe einen Abschluss im Fashion Retail Management vom Birmingham Institute of Art and Design erhalten. Dort habe ich mehr über den Einkauf im Einzelhandel erfahren.

8. Welchen Rat würden Sie Studenten mitgeben, die an einer ähnlichen Laufbahn interessiert sind?

Ich rate jedem dazu proaktiv an die Sache heranzugehen und so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln. Dazu gehört auch als Verkaufsassistenz im Einzelhandel zu arbeiten. Solche Einstiegsrollen helfen einem auch viel über den Einzelhandel zu erfahren. Meine Rolle als Teilzeitaushilfe in einem Geschäft half mir alles aus einer anderen Perspektive zu sehen. Daraus lernt man was ein erfolgreiches Geschäft ausmacht und wo Verbesserungsmöglichkeiten liegen.

9. Welche Höhen und Tiefen haben Sie in Ihrer Karriere kennengelernt?

Um ehrlich zu sein, gab es nicht sehr viele Tiefen. Jedenfalls nichts, was herausstechen würde. Das Modebusiness unterliegt ständiger Veränderung, so dass man jeden Tag, in jeder Rolle etwas Neues dazulernt und sich andauernd weiterentwickelt.

Höhen hingegen gibt es viele wie zum Beispiel das Reisen und die interessanten Menschen, die man in der Modeindustrie kennenlernt. Ein weiteres Highlight für mich persönlich ist es Menschen auf der Straße zu entdecken, die Kleidung von Urban Outfitters anhaben, die ich ausgesucht habe.

10. Nach welchen Skills würden Sie bei der Rekrutierung eines Assistenten Ausschau halten?

Ich würde nach jemanden suchen, der Engagement und Leistung zeigt. Es wäre mir auch wichtig, dass der Bewerber dazu fähig ist die eigene Zeit effektiv einzuteilen, in der Lage ist Prioritäten zu setzen und ein Auge für Fashion hat.

Es wäre ein Vorteil schon Erfahrungen in der Modeindustrie gesammelt zu haben. Jedoch ist dies für mich nicht essentiell. Ich finde es wichtiger, dass man sich untereinander gut versteht und dass die Bewerber sich Ihrer Verantwortung bewusst sind.

11. Der beste Ratschlag, den Sie erhalten haben?

„Empfinde immer Glück bei dem, was du tust“ auch wenn es schmalzig klingt – diesen Ratschlag befolge ich im Geschäftsleben genau so wie privat. Meiner Meinung nach lohnt es sich beruflich einige Risiken einzugehen. Diese zahlen sich aus, wenn man eine solide Strategie verfolgt.

Vielen Dank an Sarah Kearney für das spannende Interview!

Karriere in der Modebranche – Interview mit Sarah Kearney von Urban Outfitters
4.5 (90%) 4 votes

Bildquellen

  • fashion womans.: © pilipa - Fotolia.com
Share.

Schreib einen Kommentar