Wahrheitspflicht bei der Bewerbung

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Schon der Wortstamm verrät den Sinn der Übung, die Bewerbung ist Reklame. Der Kreativität sind jedoch Grenzen gesetzt. Spätestens, wenn es Absagen hagelt, spielen Bewerber mit dem Gedanken den Lebenslauf aufzupolieren. Für den Traumjob zu tricksen, ist tatsächlich knappen 30 Prozent wert, belegen Studien. Da wird aus einem schlichten Praktikum schnell eine Festanstellung gemacht oder ein längerer Urlaub zum Sprachtraining aufgerüstet. Klingt erst mal plausibel, für viele Personaler hingegen ist die Lüge in der Vita eine unverzeihliche Charakterschwäche. Ein Blick auf das Spannungsverhältnis zwischen Werbung und Wahrheitspflicht im Bewerbungsprozess.

© dgmata - Fotolia.com

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Gepimpter Lebenslauf: Das ist tabu

Ein bisschen schönfärben ist zulässig, vorausgesetzt es bleibt grundsätzlich bei der Wahrheit. Sobald die Lebenslaufmanipulation Dinge betrifft, die für den Vertragsabschluss von zentraler Bedeutung sind, wird es brenzlig. Bei gewissen Lügen dürfen Arbeitgeber sogar vor Gericht klagen. Unwahrheiten bei Ausbildungsabschlüssen, Arbeitszeugnissen und Noten sind ein absolutes No-Go. Ebenfalls kritisch wird es bei falschen Angaben zu fachlichen Qualifikationen, Tätigkeitsschwerpunkten oder bisherigen Arbeitgebern. Viel zu häufig fliegen solche Lügen schon mit wenigen Mausklicks oder einem Telefonanruf auf. Das ist mehr als peinlich, in gut vernetzten Kreisen sprechen sich solche Dinge rum und gravierende Schummler werden branchenweit als gewissenlose Aufschneider bekannt.

CV aufpolieren: Übertreibung oder Lüge?

Viele Bewerbungstrainer halten kleine Flunkereien im Lebenslauf für durchaus vertretbar aber betonen, dass nur gewisse Bereiche sich zum Aufbauschen anbieten. Übertreibungen zu Fremdsprachenkenntnissen, Hobbys oder durch Online-Seminare erworbenem Wissen sind schwerer als Unwahrheiten zu enttarnen. Klingen die Behauptungen plausibel werden Arbeitgeber bei solchen Dingen nur selten misstrauisch. Zu überheblich sollten Bewerber dennoch nicht werden, Chefs stellen Kandidaten im Bewerbungsgespräch gerne mal auf die Probe. Wer fälschlicherweise behauptet fließend Spanisch zu sprechen, könnte schnell in die Verlegenheit geraten dies beim Bewerbungsgespräch unter Beweis stellen zu müssen, wenn der Personalmanager zufällig selbst der Sprache mächtig ist.

Lügen im Vorstellungsgespräch

Personaler sind darauf geschult, Schummler und Lügner im Bewerbungsgespräch zu enttarnen. Ungereimtheiten und Auffälligkeiten aus den Bewerbungsunterlagen werden hier schonungslos hinterfragt. Kann der Bewerber den Sachverhalt nicht plausibel erklären, wird der Chef so richtig aufmerksam und verliert im schlimmsten Fall das Vertrauen. Grundsätzlich gilt nämlich die Wahrheitspflicht für das Bewerbungsverfahren. Zuviel flunkern im Bewerbungsprozess schadet gewöhnlich mehr, als es nützt. Wird der Personaler nämlich skeptisch, sinken die Aussichten auf den Vertragsabschluss. Auch wenn die Bewerbung super klingt.

Wahrheitspflicht bei der Bewerbung
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  • Business concept fingers crossed in front of boss isolated: © dgmata - Fotolia.com
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