Stressbewältigung im Studium

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„Wenn du studierst, kannst du ja jeden Tag ausschlafen!“ „Genieß die Studienzeit, so entspannt wird es nie wieder.“ Diese oder ähnliche Sätze hören Studenten immer wieder und viele ärgert dies enorm. Denn während der eine Studiengang mit zehn Semesterwochenstunden tatsächlich ganz entspannt vor sich hin plätschert, ist bei anderen Fachrichtungen nichts vom „faulen Studentenleben“ zu spüren. Kein Ausschlafen bis elf, keine WG-Partys am Wochenende und erst recht kein Chillen in den wochenlangen Semesterferien. Stattdessen: Stress pur im Studium.

© jackfrog - fotolia.com

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Entspanntes Studium? Wenn Image und Realität auseinanderdriften.

In vielen Bereichen der heutigen Gesellschaft ist der Leistungsdruck enorm: In der Arbeit soll man flexibel und rund um die Uhr erreichbar sein. Dem Nachwuchs wird schon im Kindergartenalter Englisch und einfaches Rechnen beigebracht. Auch wenn es sie vereinzelt noch gibt, die Studenten, die ihr entspanntes Studentenleben zelebrieren, so ist Stress während des Studiums heute eher die Regel als die Ausnahme. Verschiedene Faktoren spielen für den Stresslevel im Studium eine Rolle:

  • Der Studiengang

Wie zeitintensiv das Studium ist, unterscheidet sich von Fachrichtung zu Fachrichtung. Viele technische oder naturwissenschaftliche Studiengänge sind beispielsweise von einem straffen Zeitplan geprägt: Sie zeichnen sich durch eine hohe Zahl an Semesterwochenstunden, feste Studienzeiten und Praktika während der Semesterferien aus. Das früher übliche Ausdehnen des Studiums auf zehn statt sechs Semester ist oftmals gar nicht möglich.

  • Die eigene Persönlichkeit

Ob Situationen als stressig empfunden werden oder nicht, hat viel mit dem persönlichen Empfinden zu tun. Der eine schafft es entspannt mit Lernphasen und Prüfungssituationen umzugehen, beim anderen löst schon der Gedanke an eine anstehende Hausarbeit Stress aus. Eine große Rolle spielt hierbei auch das unterschiedlich ausgeprägte Vermögen neuen Stoff zu lernen. Während sich viele Studenten mit dem geforderten Lernpensum schwer tun, fällt es anderen leicht, sich eine große Menge an Lernstoff einzuprägen.

  • Intensive Prüfungszeiten

Während des Studiums gibt es immer wieder Phasen, in denen mehrere Prüfungen gleichzeitig geschrieben werden oder verschiedene Aufgaben (Prüfungsvorbereitung, Hausarbeit, Referat) zeitlich aufeinander treffen. Mehrere Herausforderungen zur gleichen Zeit zu meistern, fällt vielen Studenten schwer.

  • Der Zeitdruck

Neun Semester Literatur, drei Jahre Medienwissenschaften, vier Semester Philosophie und dann noch ein Jahr im Ausland? Sich richtig Zeit lassen beim Studium? Dies ist heute kaum noch möglich. Zum einen haben viele Studiengänge feste Studienzeiten, die nicht überschritten werden dürfen. Zum anderen wird heute gesellschaftlich und beruflich erwartet, dass ein Studium zügig abgeschlossen und eine Karriere schnell begonnen wird. Wo sollen sonst die mindestens fünf Jahre Berufserfahrung herkommen, die in fast jeder Stellenausschreibung gefordert werden?

  • Finanzielle Belastung

Schließlich trägt noch die finanzielle Belastung bei vielen Studenten zum Stress bei. Die Tatsache, dass die Studienzeit kostspielig ist (kein Verdienst, aber Ausgaben für Wohnung, Bücher, Zugtickets), ist kein neues Phänomen, sondern schon seit Generationen so. Viele Studenten halten sich mit Nebenjobs über Wasser. Das führt zu einer weiteren zeitlichen und psychischen Belastung.

Image und Realität des Studentenlebens stimmen aus diesen Gründen heute oftmals nicht mehr überein. Aber was kann man gegen den Stress unternehmen?

5 Tipps zur Stressbewältigung im Studium

Mit einfachen Strategien kannst du den Stress während des Studierens ganz einfach reduzieren. Hier die besten fünf Tipps:

  1. Zeit für dich

Auch wenn noch ein ganzer Ordner von Mitschriften bis nächste Woche gelernt werden muss und die Studentenbude dringend aufgeräumt werden sollte – jeder braucht auch etwas Zeit für sich selbst, um abzuschalten. Eine halbe Stunde am Tag solltest du einfach nur tun, was dir Spaß macht, egal ob Sport, Zeichnen oder Freunde treffen.

  1. Wichtiges zuerst

Du musst einen Vortrag vorbereiten und überlegst seit einer halben Stunde welches Layout du benutzen möchtest oder wie die Titelfolie aussehen soll? Du lernst seit vier Stunden für die wenig wichtige Zoologieprüfung anstatt die komplizierten Chemieformeln zu pauken, weil dir das einfach mehr Spaß macht? Schluss damit! Konzentriere dich auf das, was wichtig ist und was dich jetzt gerade weiterbringt! Die weniger wichtigen Dinge kannst du auch erledigen, wenn am Ende des Tages Zeit übrig ist.

  1. Cool bleiben

Wenn etwas nicht klappt, beispielsweise eine Prüfung gründlich in die Hose geht, solltest du versuchen, dich nicht zu lange darüber zu ärgern. Konzentriere dich auf die nächste Aufgabe und muntere dich mit etwas auf, das gut gelaufen ist. Sich im Nachhinein über etwas aufzuregen, macht die Sache nicht besser, sondern raubt nur Energie.

  1. To do Listen

Manche lieben sie, andere hassen sie: To-Do-Listen. Um eine volle Woche sinnvoll zu strukturieren, helfen diese Listen in jedem Fall ungemein. Schreibe alles auf, was zu erledigen ist, und setze klare Prioritäten. Einige Aufgaben lassen sich vielleicht praktisch miteinander verbinden. Und wenn du wieder einen Punkt abhaken kannst, ist das ein richtig gutes Gefühl.

  1. Entspannung suchen

Sich gezielt zu entspannen, fällt in stressigen Zeiten nicht leicht. Trotzdem solltest du dich aktiv um Entspannung bemühen. Vielen hilft ein ruhiger Spaziergang oder eine Radtour im Freien. Anderen setzen auf ein duftendes Bad, ein gutes Buch, den Saunabesuch oder die Yoga-Stunde. Hin und wieder solltest du ganz bewusst von Stress und Alltag abschalten.

Auch wenn der Prüfungsdruck hoch ist und der Kursplan die ganze Woche füllt, solltest du dich nicht zu sehr stressen lassen. Nutze den Druck als positiven Ansporn und nehme dir kleine Rückschläge nicht zu sehr zu Herzen. Auch im Studium ist es wichtig, immer positiv zu bleiben!

Stressbewältigung im Studium
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1 Kommentar

  1. Ich lebe momentan in New-York und habe viel Zeit, über mich selbst nachzudenken. Psychologie hat mich immer interessiert, ich habe aber rechtzeitig mein Abi nicht geschafft, da ich zu faul war.

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